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Wir bauen uns ein Wiki-Zelt

Lager mit Zelt
Unser Lager mit Zelt
Dies ist keine Bauanleitung im eigentlichen Sinn, sondern ein Beispiel, wie ein relativ authentisches Wikingerzelt auch Ansprüche wie wasserfest und haltbar erfüllen kann. Dazu braucht man Holz, eine wasserfeste oder imprägnierte Plane (Textilplane, Plastik sieht nicht gut aus) bzw einen Stoff, der imprägnierbar oder innen mit Plastik beschichtet ist, und ein wenig Werkzeug.

Die Grösse des Zeltes reicht für 2 Personen gut aus. Man kann zwischen den Schlafstellen noch gut durchgehen.

Das Zelt besteht aus 2 Dreiecken (Front und Rückseite), die durch drei viereckige Stangen miteinander verbunden sind. Dann gibt es noch einen "Ausleger" als Option, der einen sonnen- und regengeschützten Platz auf einer Zeltseite macht. Auf dem Bild ist aber nur das Zelt selber aufgebaut.
Das Zelt kann eine Person allein aufbauen. Weiter unten seht ihr die Masse und Grössen. Die Drachen- oder Pferdeköpfe sind nur zur Deko da, notwendig sind sie nicht.

Also sind es 4 gleiche Holzteile (die aufrecht stehen und gekreutztsind) plus 2 gleiche Holzteile (unten von rechts nach links) plus 3 fast gleiche Vierkanthölzer sowie ein paar Keile. Es sollte aber ein gutes Holz sein, denn es wird sicher nass, und sollte sich dann nicht verziehen. Die Pferdeköpfe haben wir zum "austauschen" gemacht, weil sie gern beim Transport abbrechen oder zerbrechen, inzwischen bestehen sie nur noch scheinbar aus massivem Holz, innen drin bestehen sie aus Multiplexplatte (mehrfach quergeschichtetes Holz), das ist viel stabiler. Masse und Anleitung weiter unten.

Kopfstueck
Hier der Originalerntwurf für die Köpfe, da wo der Keil durchgesteckt wird, wurde eine Messingscheibe druntergelegt, und auch der Ansatz der Köpfe wurde mit Messing "verblendet". Das Holz selber kann man schnitzen oder bemalen, laut Funde ging es dabei durchaus bunt zu, die Schnitzereien entsprachen meist den typischen Formen mit Bänderornamentik, siehe Formen.

Und so könntet Ihr es machen

Achtung: Der Spagat zwischen stabil-massiv einerseits und Gewicht-Kosten andererseits muss vorher gut überlegt werden. Wer keinen eigenen Wald hat (oder ein Sägewerk), der ist allein für das hier genannte Holz in guter Qualität 100 bis 200 EUR sicher los. Und er bekommt ein Gesamtgewicht von über 200 kg zusammen. Das ist eine Super Qualität, aber man kann die Materialstärken aus Preis- und Gewichtsgründen ohne Stabilitätsverlust um ein Drittel reduzieren. Die Plane kostet ja auch noch ganz nett. Da kann man mit LKW-Plane mogeln, die man aussen mit einem Bumoll-Überzug versieht, dann ist es aussen Stoff und innen trocken.

Seitenbretter

Stangen

Die beiden Dreiecke (Front und Rückseite)

Wir verwenden 45 mm starkes Holz (15 cm Breite) für die Dreiecke, 4 mal Länge 220 cm plus 2mal 206 cm, oder, wenn mit Ausleger geplant, dann einfach 6 mal 225 cm (alle gleich). Wenn mit köpfen geplant, besser alle 250 cm.
Davon werden nur diejenigen abgerundet, die den Boden berühren würden, also untere Seite der Steher plus Ausleger, der Rest bleibt gerade

Die Stangen(Verbindung Front und Rückseite)

Hier brauchen wir 3 Stangen Vierkant 70 x 70 mm Stärke, und bei denen müssen wir beide Enden abrunden auf ca 4,5 bis 5 cm Durchmesser, wenn man das nicht schafft, kann man auch Rundhölzer "einkleben". Wenn man das stabil hinkriegt, ist es genauso gut, aber dann kann man die Schlitze für die Keile reinsägen, solange sie noch nicht eingeklebt sind. Ansonsten 5mm Stemmeisen, anzeichnen und raus-stemmen, es muss nicht auf den Millimeter genau sein
Und passend zu den Schlitzen braucht man jetzt noch eine ausreichende Menge handgespaltener Keile, auf jeden Fall 3 mal so viel, wie unbedingt notwendig.
Als Hilfsmittel habe wir uns noch 40 mm Rundholz mit Schlitzen gemacht, mit dem man das auf dem Boden liegende Dreieck erst mal zusammenbaut, und erst aufstellt, indem man eine lange Stange durchschiebt und festkeilt, dann kann es nicht mehr weg. Sonst braucht man kurz jemand, der 5 Minuten hält, aber das ist auch kein Problem.

Maz